Der Heilige Raum ist im Schamanismus weit mehr als der Ort, an dem eine Zeremonie stattfindet. Er ist selbst Teil der Zeremonie.
Seit jeher gibt es Heil- und Verbindungszeremonien, Reinigungen, Initiationen und Übergangsrituale für die verschiedenen Schwellen des Lebens und des Jahreskreises.
All diese Formen zeigen eine wichtige gemeinsame Bedingung. Denn, wir arbeiten nicht allein. Wir suchen die Anwesenheit und Unterstützung der Geister. Denn erst dort, wo Beziehung entsteht, bekommt unser Anliegen Kraft.
Dafür wird ein anderer Raum geschaffen.
Ein Heiliger Raum entsteht nicht dadurch, dass wir einen Kreis ziehen, einen Altar aufbauen oder bestimmte Worte sprechen. Diese Dinge können helfen, aber sie sind zunächst nur äußere Formen.
Heilig wird ein Raum dort, wo sich unsere Haltung verändert. Wir treten aus dem Alltäglichen heraus und machen uns ansprechbar für etwas, das größer ist als wir selbst.
Vielleicht könnte man sagen: Der Heilige Raum ist weniger ein besonderer Ort als eine veränderte Form von Beziehung.
Wir öffnen ein Tor zwischen der alltäglichen und nicht-alltäglichen Wirklichkeit. Und damit verändert sich auch die Verantwortung. Denn ein geöffnetes Tor bedeutet nicht, dass ausschließlich jene Kräfte erscheinen, die wir gern dabeihätten.
Wer einen Raum öffnet, muss deshalb auch lernen, ihn zu halten, Grenzen zu setzen und zu unterscheiden.
Im Seminar werden wir erforschen, wie ein Heiliger Raum erschaffen wird, wie wir die Geister hineinrufen und was notwendig ist, damit dieser Raum geschützt bleibt. Wir beschäftigen uns mit den sieben heiligen Richtungen und mit den unterschiedlichen Geistwesen und Kräften, die dort gegenwärtig sein können. Wir lernen ihre Qualitäten kennen und erforschen, auf welche Weise sie unsere eigenen Zeremonien unterstützen können.
Dabei geht es nicht darum, eine fertige Ordnung zu übernehmen. Schamanische Arbeit bedeutet immer auch Forschung. Wir begegnen, beobachten und lernen aus Erfahrung.
Vielleicht zeigt sich eine Richtung anders, als wir sie erwartet haben. Vielleicht begegnet uns eine Kraft, für die wir zunächst keinen Namen haben. Der Heilige Raum ist deshalb nicht nur ein Raum des Rituals, sondern auch ein Raum der Erkenntnis.
Eine wichtige Rolle spielt dabei der Altar. Wir werden untersuchen, warum er innerhalb des Heiligen Raumes steht und was seine eigentliche Funktion ist. Er ist nicht bloß eine Ablage für schöne oder bedeutungsvolle Gegenstände.
Er kann zu einem Mittelpunkt der Beziehung werden. Einem Ort, an dem sich unsere Welt und die geistige Welt begegnen.
Ebenso wichtig wie das Öffnen ist das Schließen. Ihr werdet lernen, wie Geister eingeladen und am Ende einer Zeremonie wieder verabschiedet werden, wie ein Tor geschlossen und der Raum wieder in die alltägliche Welt zurückgeführt wird.
Denn ein Heiliger Raum sollte keine offene Tür bleiben.
Als schamanisch arbeitende Menschen sind wir immer auch Forschungsreisende. In diesem Seminar werden wir uns deshalb nicht nur mit dem Heiligen Raum beschäftigen.
Wir werden ihn betreten, seine Grenzen erforschen, seine Kräfte kennenlernen und verstehen, was sich verändert, sobald wir ihn öffnen.

Termin ist der 27.03.2027 von 10:00 Uhr bis ca. 19:00 Uhr.
Der Energieausgleich für dieses Seminar beträgt 100,- €.