September 18, 2026

Warum die Indianer Federn tragen. Eine Geschichte vom Adler.

Vor langer Zeit lebten die roten Völker in einem Land voller Seen und fruchtbarer Wälder. Es gab überall Wild und die Seen waren voller Fische. Die Menschen waren stark und das Leben war gut zu ihnen. Nach einem harten Winter begann es unaufhörlich an zu regnen. Die Flüsse und Seen begannen überzulaufen und das Wasser stieg unaufhaltsam. Es überflutete alles Land und die Menschen flohen in die Berge und auf die Gebirgskämme. Gewaltige Stürme peitschten das Wasser auf und beinahe alle Menschen starben. Nur eine Frau hatte es geschafft sich auf die Spitze eines Berges zu retten. Sie war die letzte ihres Volkes.
Die Frau hungerte und fror, und ihr trauriges Wehklagen erhob sich weit über das Land.
Dies hörte ein großer gefleckter Adler und er flog zu der Frau. Er hatte Mitgefühl mit ihr und brachte ihr von nun an Nahrung und Feuerholz. Sie freundeten sich an. Die Frau schöpfte wieder Hoffnung, weil sie nun nicht mehr alleine war. Jeden Tag kam er nun zu ihr, sie redeten und von Tag zu Tag vertrauten sie sich mehr. Aber er spürte auch ihre tiefe Trauer, denn nach ihrem Tod würde ihr Volk vergangen sein. Er wollte ihr unbedingt helfen, weil er eine immer größere Liebe zu ihr spürte. Er flog zum großen Geist und fragte was er tun könne. Der Große Geist sprach zu ihm, „wenn Du wirklich bereit bist ihr zu helfen, dann musst Du alles aufgeben was Du bist. Du bist dem Himmel am nächsten, hast den größten Weitblick. Du wirst ein Mensch sein und niemals mehr Das sein was Du gerade bist.“ Die Liebe zu der Frau war so groß, dass der Adler bereit dazu war. Am nächsten Morgen stand auf dem Berg nicht mehr der gefleckte Adler, sondern ein junger kräftiger Mann. Die Frau war überglücklich und fiel ihm in die Arme. Sie gingen fort von dem Berg und ließen sich am Fuße des Berges nieder. Sie bekamen viele Kinder und gründeten eine neue Rasse von Zweibeinern. Deshalb sind die Federn des gefleckten Adlers für alle Indianer heilig. Nur die, die für ihr Volk etwas besonderes getan haben sollten sie tragen.
Diese Geschichte zeigt auf besondere Weise was geschieht, wenn wir bereit sind loszulassen. Was entstehen kann, wenn wir bereit sind alles was wir sind hinter uns zu lassen.

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